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       Artikel aus dem Presse-Archiv (Zitat):
    Zeuthen   30. August 1884 Kategorie: Verkehr 
    geschrieben von: Joe am 01.09.2014, 09:08 Uhr, (aus unsicherer Quelle)   


    Veränderungen in der Umgegend von Berlin - Hankels Ablage am Zeuthener See
     

     (4348 Aufrufe) tägliche Berichterstattung 30. August 1884



    Zeuthen, 30. August 1884

         Veränderungen in der Umgegend von Berlin
    Hankels Ablage am Zeuthener See
    von Aloys Hennes

    Die vor einigen Jahren neu entstandene Station Hankels Ablage der Görlitzer Bahn ernährt sich in den Sommermonaten hauptsächlich von gutgepflegten Ehemännern. Der große Zeuthener See in seiner waldumschlossenen Lage hat nämlich eine große Anzahl Berliner Familien an sich heranzuziehen vermocht, die theils in eigenen Villen, theils in Sommerwohnungen hier die schöne Jahreszeit genießen. Während nun Weib und Kind sich hier in würziger Waldesluft das Braunwerden gefallen lassen, eilen die Männer mit den Vorortzügen nach Berlin zu ihren Geschäften und kehren abends wieder in den Kreis der Familie zurück.

    Nicht so bequem hatten es vor etwa 10 Jahren die ersten Ansiedler, denn eine Bahnstation gab es hier noch nicht, und der Weg nach Berlin ging über Königswusterhausen, wobei dann Abends bei der Vorbeifahrt hier die mitgebrachten Packete zur Erleichterung der nachfolgenden Fußwanderung aus dem Wagen hinausgeworfen und von Weib und Kind aufgefangen wurden. Das änderte sich, als Bude 21. hier zum Range einer Haltestelle erhoben wurde, die aber sehr bald den Namen "Hankels Ablage" erhielt. So hieß nämlich in früheren Zeiten eine große Restauration, die dem hiesigen Schifffahrtsverkehre diente, aber nach dem Bau der Görlitzer Bahn einging, weil die Ablage ihre frühere Bedeutung verloren hatte. Der Name Hankel existiert aber heute noch in dessen villenbesitzenden Nachkommen.

    Alles das hat sich inzwischen gewaltig verändert. Aus Bude 21., die mehrere Male an der Bahnlinie ihre Stelle gewechselt hat, weil auch Dorf Zeuthen Bahnansprüche machte, ist jetzt eine wirkliche Station entstanden. Und daß auch eine sehr respektable Restauration mit hochgelegener Halle und hübschen Parkanlagen sich hier aus dem Grün des Waldes dem Blicke der Fahrgäste präsentirt, verdient um so mehr unsere Würdigung als man bei der von vielen Tausenden frequentirten Station Grunewald sich immer noch damit begnügen muß, die großen Hallen inmitten der umfangreichen Bahnhofsbauten ohne Restauration zu bewundern.

    Gleich nach der Ankunft gelangt man auf einem breiten Fahrweg, der Köpenick mit Königswusterhausen verbindet. Zur Seite erblickt man ein kleines Schienengeleise, welches unter dem Bahndamme hindurch in einer halben Stunde nach Miersdorf führt, wo der Thon für die vor uns liegende große Ziegelei gewonnen wird. Verfolgt man den Fahrweg am Saume des Wäldchens nach rechts, so gelangt man in 5 Minuten bei der Abzweigung links zu dem neuen, großartig angelegten Restaurationsgarten von Käppel, unmittelbar am Zeuthener See mit Landungsbrücke für Dampfer und Kähne, gleichzeitig Station des Segler-Clubs.

    Hübsche Kieswege durchschlängeln den Rasenplatz, der unter schattigen Bäumen einen prachtvollen Blick auf die weite Wasserfläche bietet. Da zu dem ursprünglichen Terrain ein großer Landstreifen künstlich in den See hineingebaut wurde, so treten von der äußersten Spitze rechts beide Ufer der nach Schmöckwitz gerichteten Seeseite vor unsern Gesichtskreis.

    Den Hintergrund bilden in weiter Ferne die blaugefärbten Müggelberge. In größerer Nähe erblickt man die Rohrinsel, über welche hinüber die Häuser von Schmöckwitz mit der Brücke am Seddin-See durchschimmern. An diesen Theil der Wasserlandschaft schließt sich der Schmöckwitzer Werder an, eine durch den Crossin-, Wernsdorfer- Zeuthener- und Seddin-See gebildete Halbinsel. Eine Landzunge derselben, der "Rauchfangswerder", erstreckt sich vor der Rohrinsel in den Zeuthener See hinein. Die uns aus den Waldungen hervorblickenden Gehöfte (Milis und Jacki) stammen ursprünglich von Schweizer Emigranten her. Alle, was die linke Seeseite aus dem Grünen durchblicken läßt, gehört zur Villenkolonie Zeuthen, an welche sich in diesseitiger Richtung Dorf Zeuthen anschließt.

    Hinter der großen Restaurationshalle folgt der Privatgarten des Herrn Käppel mit sehr schöner Villa. Das ist zugleich die erste der an dieser Wasserseite neben einander liegenden Villen im Gebiete Hankels Ablage. Wandert man auf dem Fahrwege nach links wenige Schritte weiter, so trifft man auf einen mit fürstlicher Pracht angelegten Park , an dessen Eingang zwei riesige Hirsche von Bronce aus dem Blumenflor herausblicken. Der in gerader Linie zur Villa (Besitzthum des Herrn Kuhrt aus Berlin) führende Laubgang zeigt schon hier, daß man bei jedem Schritte die Wunder der Gartenkunst anzustaunen hat. Da der Zutritt auf Anfrage gern gewährt wird, so möge hier noch bemerkt werden, daß durch eine künstliche Anhöhe unmittelbar am See zu den übrigen Herrlichkeiten noch eine wundervolle Aussicht auf die nach Königswusterhausen gerichtete Seeseite mit den Bergen von Nieder-Löhme geboten wird.

    Anderweitige Spaziergänge trifft man an der entgegengesetzten Seite, nachdem man auf dem Fahrwege nach rechts die vorhin erwähnte Ziegelei passirt hat. Beim Wegweiser, wo sich nach links der Fahrweg nach Köpenick abzweigt, folgt man der Richtung nach Schmöckwitz, wobei zunächst Dorf Zeuthen berührt wird. Mit den Waldungen beginnt gleichzeitig das Gebiet der Villenkolonie Zeuthen, wo Park an Park sich reiht, und nur hin und wieder vom Wege aus ein Durchblick auf den See geboten ist. Daß auch hier der Schönheitssinn mächtig erwacht ist, zeigen die neu angelegten, mit Kies bestreuten Promenadenwege und Baumpflanzungen an der Straße nach Schmöckwitz. Dieses Dorf würde man von hier in 45 Minuten erreichen, wobei aber der sehr sandige Weg von dort nach der Bahnstation Schmöckwitz eine Wanderung von weiteren 30 Minuten erfordern würde.

    Einen ganz besonderen Genuß gewährt aus dem Restaurationsgarten von Käppel eine Kahnfahrt nach dem Zeuthener Villengebiete. Namentlich in den Abendstunden ist der Blick in die dortigen Parkanlagen vom See aus bezaubernd. Bei jeder Villa läßt sich erkennen, wie sehr man es verstanden hat, sich durch weitere kleine Zuthaten ein reizendes Plätzchen für den Ausblick auf die Wasserlandschaft zu verschaffen.

    Da der Zeuthener See gleichzeitig die Dahme in sich schließt, so vollziehen sich von hier aus mitunter größere Wasserfahrten nach der Neuen Mühle bei Königswusterhausen und weiter durch den Senziger See bis nach dem berühmten Forstgebiete der Dubrow mit der bekannten Reiherbeize. Im Winter eben herrscht hier großes Eisvergnügen, wobei man bei günstiger Luftströmung einen Kahn auf ein Schlittengestell hebt und nun mit aufgespanntem Segel sich auf dem spiegelglatten See nach Schmöckwitz treiben läßt.

    Aus allem Diesen dürfte hervorgehen, daß die Station Hankels Ablage (mit Tagesbillet zu 1 Mk. 40 Pf.) sehr wohl als Zielpunkt für genußreiche Ausflüge gelten kann, zumal man auch an Sonntagen nie zu befürchten hat, Abends bei der Rückfahrt ins Gedränge zu kommen, denn den Hauptzuwachs liefern erst die Stationen Grünau und Johannisthal. Zu bemerken ist noch, daß jetzt auch die Zahl der täglichen Züge gegen früher viel größer ist, was namentlich für die Touren nach den Laubwaldungen von Königswusterhausen sehr wesentlich ist.










    Hinweis: Die Artikel wurden so übernommen, wie sie gedruckt wurden (in der damaligen Schreibweise). In seltenen Fällen wurden aber offensichtliche Druckfehler korrigiert. Die Ortsangabe erfolgt allerdings in der heutigen Schreibweise (Topic-Bezeichnung in der Datenbank). Bei Orten, die in der Datenbank nicht vorgesehen sind, wurde der nächstgelegene Ortsbereich zugeordnet und die Orts-Angabe des Original-Artikels dem Text vorangestellt.


     
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    30. August 1884 | Benutzeranmeldung | 0 Kommentare
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